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  • Marc Fischer

    Marc Fischer 6:12 pm am April 14, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: 1. FC Kaiserslautern, Betzenberg, Dynamo Dresden, Lokomotive Leipzig, Nasenpflaster, Olaf Marschall,   

    Olaf Marschall 

    Neulich zeigte das TV während einer Live-Übertragung die Großaufnahme eines Spielers, der ein Nasenpflaster trug. Zwar war dies wohl eher einer Verletzung geschuldet, jedoch erinnerte es unweigerlich an diese famose Erfindung aus den Neunzigern, die alle Spieler jener Zeit auf den Nasen trugen und die den Gepflasterten angeblich mehr Sauerstoff beim atmen zukommen lassen sollte. Jedoch gab es keinen Spieler, der das Nasenpflaster mit soviel Erhabenheit, Stolz und Würde trug, wie er: Olaf Marschall.

    Gemeinhin hat man den in Torgau geborenen Stürmer als Torversicherung des 1. FC Kaiserslautern im Gedächtnis. Seine Karriere begann Olaf Marschall aber bereits 1983, als er mit 17 Jahren von Torgau aus zum 1. FC Lokomotive Leipzig wechselte. Dort spielte er bis 1990 und gewann mit Lok Leipzig in jener Zeit 1986 und 1987 den FDGB-Pokal (Pokal des „Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes“) und wurde zweimal Vizemeister in der DDR-Oberliga, bis er schließlich nach Österreich ging.

    Beim FC Admira Wacker Mödling, wo Marschall von 1990-1993 spielte, zeigten sich zum ersten Mal seine Torjägerqualitäten. Zwar schoss er schon in Leipzig in 135 Spielen 43 Tore, allerdings war zu jenem Zeitpunkt Konstanz für Marschall lediglich ein Ort am Bodensee. In Österreich änderte sich dies erstmals und so wurde er in der Saison 92/93 mit 19 Toren zweitbester Torjäger in der österreichischen Liga.

    Nach diesem dreijährigen Intermezzo ging der ehemalige DDR- und BRD-Nationalspieler zurück in seine sächsische Heimat und folgte dem Ruf seines ehemaligen Trainers Siggi Held, unter dem Marschall bereits in Österreich spielte. Held bekam nämlich eine Anstellung als Trainer von Dynamo Dresden. Marschall ging gleich mit und schoss in seiner ersten Bundesligasaison in 32 Spielen 11 Tore, womit er direkt treffsicherster Dresdner war. Aufgrund der Finanzsorgen, die Dynamo damals hatte, wurde der Stürmer jedoch bereits nach einer Saison wieder verkauft, weshalb Marschall schließlich 1994 beim 1. FC Kaiserslautern landete.

    Marschall kam gleich mal mit der Hypothek des teuersten Einkaufs in der FCK-Vereinsgeschichte. 2,8 Mio. Mark ließen sich die Pfälzer den Stürmer kosten, der sieben Treffer in seiner erste Saison bei den roten Teufeln erzielte. Die nächsten beiden Spielzeiten waren von vielen Verletzungen und dem Abstieg in die 2. Liga geprägt. Zwar gewann Marschall mit Kaiserslautern 1996 den DFB-Pokal, den Gang in die Zweitklassigkeit jedoch konnte auch er nicht verhindern. Allerdings hielt er dem Verein die Treue und half so mit 10 Toren in 16 Spielen beim direkten Wiederaufstieg 1997 mit.

    Was dann folgte, dürfte der Karrierehöhepunkt für Marschall gewesen sein. 1998 holte er mit dem 1. FC Kaiserslautern unter Trainer Otto Rehhagel als Aufsteiger sensationell die deutsche Meisterschaft. Mit seinen 21 Treffern in 24 Spielen lag er dabei nur ein Tor hinter dem damaligen Torschützenkönig Ulf Kirsten. Sein Verletzungspech verhinderte mehr Einsätze und somit eine womöglich noch höhere Trefferzahl in der Meistersaison. In der folgenden Spielzeit erzielte der gebürtige Sachse nur noch 12 Hütten, schoss dabei allerdings mit einem Fallrückzieher gegen Hertha BSC das Tor des Jahres 1998.

    Nachdem Marschall, der immerhin ein Tor auf dem „Betze“ in der Champions League gegen HJK Helsinki schoss, dann seinen Stammplatz im Sturm an einen gewissen Miroslav Klose verloren hatte, wurde sein Vertrag nach der Saison 2002 nicht mehr verlängert, so dass er noch mal nach Katar wechselte und dort für ein halbes Jahr bei Al-Ittihad spielte. Danach beendete Marschall, der vier Länderspiele für die DDR (0 Tore) und dreizehn für Deutschland (3 Tore) machte, seine aktive Karriere.

    2004 kehrte Marschall schließlich an den Betzenberg als Vorstandsassistent unter René C. Jäggi zurück, wo er als dessen Nachfolger aufgebaut werden sollte. Ein halbes Jahr später allerdings wurde Marschall bereits Teammanager, was er auch bis zum Sommer 2006 blieb, bis er schließlich Co-Trainer bei den Lauterer Amateuren wurde. Dort arbeitete er unter dem heutigen Cheftrainer Kosta Runjaic und schlussendlich sogar zwei Monate als Interimstrainer für die zweite Mannschaft. Zum Saisonende 2004/05 wurde Marschall zudem Co-Trainer der Profimannschaft nach der Entlassung Kurt Jaras als Trainer.

    Nachdem der ehemalige Stürmer nun Blut geleckt zu haben schien, drückte Marschall in der Hennes-Weisweiler-Akademie schließlich noch mal die Schulbank und bekam 2007 das Fußball-Lehrer-Diplom und damit schließlich seine Trainer-Lizenz. So arbeitete er bereits noch im selben Jahr als Trainerassistent in Dubai beim Al-Nasr Sports Club. 2011/12 war er Trainer der SG Niederkirchen/Morbach. Zur Saison 2013/14 schloss er sich Thomas Riedl, seinem ehemaligen Sturmkollegen aus fünf Jahren gemeinsamer Kaiserslauterer Zeit, an und trainiert mit diesem nun gemeinsam den Oberligisten SC 07 Idar-Oberstein.

    Olaf Marschall lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Niederkirchen und frönt neben dem Trainerdasein seinen Hobbies Kochen und der Börse.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 3:45 pm am November 21, 2013 Permalink | Antwort
    Tags: 1. FC Kaiserslautern, , , , , Horst Steffen, Preußen Münster, Ralf Loose, Rot-Weiß Erfurt, Stuttkarter Kickers, Union Berlin,   

    Topduell 

    Super Bayern, Super Bayern, hey hey! gegen Heidi Heidi Heidi Heidi Hooooo, BVB, Null Neeeeeuuuuun!

    Das Highlight der Hinrunde steht an. Das alles elektrisierende Spiel der deutschen Bundesliga. Übertragen in mindestens 782 Länder dieser Welt. Live! Und mit Marcel Reif. Wer es noch härter braucht, darf im aktuellen Sportstudio später noch Béla Réthy zuhören. Der „deutsche Clásico“ überstrahlt alles. So der einhellige Tenor der Fußballfachmagazine und Expertenblätter. Aber tut er das wirklich?

    Seit Tagen nun ist die Presse voll von dem Thema FC Bayern gegen Borussia Dortmund. Zugegeben, auch wir sind vom Punkt kurz auf den Zug während des Länderspiels aufgesprungen. Es sind ja auch unbestritten die beiden derzeit besten deutschen Mannschaften, spielerisch gesehen, die dort aufeinander treffen.

    Ihre Erfolge, ihre Taktik, ihre Frauen… geht’s noch???

    Das es aber mit der Zeit ebenfalls die Fans gehörig nervt, die weder von Bayern noch von Dortmund angetan sind, scheint die Fachmagazine dabei nicht sonderlich zu interessieren. Jede Schlagzeile wird hochgepusht, jede noch so kleine Ungewöhnlichkeit wird zum Anlass einer Titelstory genommen. Der Ausfall diverser Spieler, ob auf der einen oder anderen Seite, kommt einer Staatstragik gleich.

    In den letzten Tagen vergeht keine Stunde, wo nicht einer der vielzähligen Ausfälle kommentiert wird, analysiert wird, darüber debattiert wird, wer eingesetzt wird und was die Konsequenzen für das Spiel letztlich sind. So kommt es, dass die Kaffeesatzleser mit den Glaskugelbesitzern diskutieren und sich jede noch so kleine Schlichtgestalt meldet und Senf dazu absondert. Die Krone setzt ein Vergleich mit dem Titel „Pep vs. Klopp: Ihre Erfolge, ihre Taktik, ihre Frauen“ auf. Wundern würde es mittlerweile nicht mehr, würden bei diesem Spiel der Spiele plötzlich auch Frauen auf dem Platz stehen. Unmöglich scheint in dem Duell der Superlative eh schon nichts mehr!

    Stattdessen wäre es schön, auch einen Blick für die anderen Duelle des Spieltags zu haben, denn auch dort ist genug Spannung geboten, rücken diese nur derzeit weit in den Hintergrund des „Topduells“. Bereits Freitag tritt die „Best of the rest“-Borussia aus Mönchengladbach bei ihrem Angstgegner aus Stuttgart an. Angstgegner? Jawohl, nur eines der letzten 14 Spiele konnten die Fohlen gegen die Schwaben gewinnen. Dieses jedoch ausgerechnet vor zwei Jahren in Stuttgart.

    Es scheint, als gebe es keine anderen Duelle an diesem Wochenende

    Desweiteren kommt es in der 2. Liga am Samstag ebenfalls zu einem Duell der Zweitliga-Giganten und Aufstiegskandidaten. Der Betzenberg in Kaiserslautern empfängt die Eisernen aus Berlin. Ebenfalls eine Begegnung, welche Spannung und Schönheit nicht von vornherein ausschließt, nur weil nicht München oder Borussia als Trademark draufsteht. Mit 1860 München gegen Greuther Fürth gibt es zudem noch ein Derby.

    In der dritten Liga treffen mit Rot-Weiß Erfurt und Darmstadt 98 zwei Teams aufeinander, die eher als Überraschungen der laufenden Saison zu sehen sind, zumal vor allem die Hessen letztes Jahr eigentlich sportlich abgestiegen waren und nur durch den Lizenzentzug der Kickers aus Offenbach in der dritten Liga verbleiben durften. Ein direktes Duell im Abstiegskampf steht in Münster auf dem Programm. Die Preußen spielen gegen den direkten Tabellennachbarn aus Stuttgart. Die Kickers aus Stuttgart trennten sich Ende September bereits nach zehn Spielen von ihrem Trainer Gerd Dais und installierten mit Horst Steffen den ehemaligen A-Jugendtrainer von Borussia Mönchengladbach. Preußen Münster erledigte diese Sache bereits zwei Wochen zuvor und hat mit Ralf Loose den ehemaligen Trainer von Dynamo Dresden an der Seitenlinie stehen.

    Spiele genug also, die ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen sollten. Stattdessen hört man seit Tagen die ewig gleichen Protagonisten und Wortführer, die die immergleichen Hülsen absondern und von einem schweren Spiel sprechen, dass man von einer Vorentscheidung in der Meisterschaft noch nicht reden könne und das man alles geben müsse, um den Platz als Sieger zu verlassen. Man sehnt fast den 14. Spieltag herbei, damit es endlich vorbei ist.

     
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