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  • Marc Fischer

    Marc Fischer 4:19 pm am April 28, 2016 Permalink | Antwort
    Tags: , Borussia Dortmund, , Hummels,   

    Titelhunger 

    Ein Wechsel von Mats Hummels zum FC Bayern steht nun unmittelbar bevor. Als Grund nennt der gebürtige Münchner seinen Titelhunger. Ob Titel im Freistaat allerdings soviel wahrscheinlicher sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Audi Cup

    Mats‘ erster Titel in München. Copyright: AUDI AG

    Mats Hummels wird wechseln, soviel steht fest. Auch, wo es ihn hinziehen wird, ist nun allen Beteiligten klar. „Ich glaube, wenn, dann wird es Richtung Bayern München gehen“, sagte Hans-Joachim Watzke vor wenigen Tagen in der Sport Bild. „Diese persönlichen Momente, dass er mit dem Klub noch nicht fertig ist. Dass sein Vater, seine Mutter, sein Bruder in München wohnen. Seine Frau aus München ist, er selbst Münchner ist – da kommt schon eine ganze Menge an Komponenten zusammen.“

    Hummels-Wechsel nicht nur negativ

    Der große Aufschrei wie einst bei Mario Götze bleibt aber bislang aus. Natürlich ist auch Hummels ein großer Verlust für den BVB, sowohl emotional als auch als Persönlichkeit. Er verkörperte jahrelang das Underdog-Image der Dortmunder im Kampf gegen den großen FC Bayern und ist gleichzeitig eines der Aushängeschilder des Vereins und als Kapitän ein gefragter Mann, der sich eloquent in Interviews zu äußern weiß.

    In der jüngeren Vergangenheit jedoch lief auch für ihn nicht immer alles rund. Derzeit ist der Innenverteidiger wieder gut in Form, 2015 aber hatte er auch einige Spiele zum vergessen in Repertoire. In dieser Zeit eckte er auch mit seinem Trainer Thomas Tuchel an und machte mehr mit kernigen Aussagen auf sich aufmerksam, als mit Leistung. Gut möglich daher, dass die Verantwortlichen beim BVB den Wechsel weniger schlimm finden als die Fans, vor allem, weil man mit den Einnahmen von kolportierten 30 Millionen auch guten Ersatz beschaffen kann.

    Unklare Titelchancen in München

    Als Gründe für einen Wechsel gibt der Dortmunder Kapitän an, dass er noch einige Titel in seiner Karriere feiern möchte. Das allerdings klang vor zwei Jahren noch ganz anders. „Es kommt nicht nur darauf an, Titel zu gewinnen. Es kommt auch darauf an, wunderbaren Fußball zu spielen, zusammen mit Freunden erfolgreich zu sein.“ Damals kritisierte er auch Mario Götze für seine Entscheidung, nach München zu wechseln, nun geht er selbst in die „Höhle des Löwen“.

    Das er mit 27 Jahren noch Titel gewinnen möchte, kann ihm niemand ankreiden, vielmehr spricht es für den Spieler, das er noch Ziele hat, die er auch erreichen möchte. Das er beim FC Bayern allerdings automatisch Titel gewinnt, während er beim BVB leer ausgehen würde, darf zumindest angezweifelt werden. Denn mit Ancelotti kommt zuvorderst ein neuer Trainer, der keine eingebaute Titelgarantie hat. Er wurde Meister in Italien, England und Frankreich, aber eben genau so oft auch nicht.

    Der BVB ist auf dem aufsteigenden Ast

    Zudem würde Hummels in just jener Phase zum Rekordmeister wechseln, wo ein Umbruch im Kader ansteht. Philipp Lahm, Franck Ribery und Arjen Robben werden nicht jünger, während Kingsley Coman und Diego Costa gute Ansätze zeigen, aber zu unkonstant agieren. Daneben ist auch Xabi Alonso inzwischen schon 34 Jahre alt, sein Vertreter oder Nebenmann Arturo Vidal ist ebenfalls schon 29. Der Kader muss eigentlich zwingend verjüngt werden und es braucht zukunftsfähige Transfers an der Säbener Straße. Mit 27 ist Hummels zwar ein solider Transfer, aber eben auch nicht wirklich innovativ. Im besten Falle schwächen die Bayern damit mal wieder die Konkurrenz.

    In Dortmund sieht die Sache ein wenig anders aus. Mit Tuchel hat man einen jungen und hungrigen Trainer an der Seitenlinie, der mit der Entwicklung des Teams noch nicht am Ende zu sein scheint. Mit Henrik Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus hat der BVB zudem eine Sturmreihe, die um einiges jünger ist, als die der Münchner Konkurrenz und mit Christian Pulisic hat man zudem ein vielversprechendes Talent in der Hinterhand.

    Zu viele Unwägbarkeiten bei Bayern

    Der Abstand der beiden Klubs ist also bei weitem nicht so groß, wie Hummels denken mag. Beide haben den Rest der Liga mehr als nur distanziert und vor allem in der Rückrunde schien der BVB den Bayern ebenbürtig. Die Borussen holten bislang einen Punkt mehr und machten im Gegensatz zum großen Rivalen einen frischeren Eindruck, während sich der FCB in den letzten Wochen von Sieg zu Sieg quält. Seit März schoss der BVB in der Bundesliga achtzehn Tore, drei mehr als die Bayern.

    Somit ist es vor allem auch den Dortmundern zu verdanken, dass die Meisterschaft erst so spät entschieden wird. Mats Hummels könnte also einem Trugschluss unterliegen und sich am Ende verwechseln. Die Bayern sind ein Stück weit auf einem absteigenden Ast und stehen vor einigen schweren Entscheidungen sowie Neuerungen, während der BVB noch Potenzial nach oben zu haben scheint und sich dabei immer mehr findet. Am Ende könnte sich der Wechsel aufgrund der Titelwüsche für Hummels rächen.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 8:26 am am April 13, 2016 Permalink | Antwort
    Tags: Borussia Dortmund, Europa League, , Jürgen Klopp, Thomas Tuchel   

    War das Klopp oder ist das Tuchel? 

    Borussia Dortmund: Emanzpiert unter Tuchel oder Erfolg durch Klopp-Vergangenheit?

    Liverpool-BVB

    Wenn der BVB am Donnerstag auf den FC Liverpool trifft, ist es nicht einfach nur ein Fußballspiel zweier Traditionsmannschaften Europas. Es ist das Duell zwischen zwei Vereinen, deren Trainer unglaublich viel miteinander verbindet und deren Handschrift von einem Mann geprägt sind: Jürgen Klopp.

    Durch seine Erfolge mit dem BVB hat sich Jürgen Klopp in Dortmund unsterblich gemacht. Wie also emanzipiert man sich von einer Legende? Es war der denkbar schwerste Start für Thomas Tuchel, trotzdem hat er ihn bravourös gemeistert. Trotz der Hypothek von zwei Qualifikationsrunden für die Europa League, die eine terminliche Herausforderung für den Verein darstellten. Denn wie soll man seine Spielidee vermitteln, wenn man kaum testen kann? Gegen den Wolfsberger AK und gegen Odds BK war der BVB direkt unter Wettbewerbsbedingungen gefordert.

    Dennoch hat es der neue Coach der Dortmunder Borussia geschafft, der Mannschaft seinen eigenen Stil zu verpassen. „Man spielt nicht mehr um jeden Preis nach vorne, sondern besitzt verschiedene Optionen – das imponiert mir. Tuchel ist eine perfekte Mischung aus Pep Guardiola und Jürgen Klopp“, sagte Ottmar Hitzfeld vor wenigen Monaten in der Sport Bild. Unter Tuchel hat es der BVB geschafft, nicht mehr im Dauerpressing den Gegner unter Druck zu setzten, sondern mit einem quasi-bajuwarischen Stil auch die Abwehr auf Löcher abzuklopfen, um dann blitzschnell in die Lücken vorzustoßen.

     

    Besser als die letzten Jahre

    Noch nie war ein Tabellenzweiter zu diesem Zeitpunkt der Saison so gut wie jetzt, noch nie holte ein angehender Vizemeister so viele Punkte wie die Schwarzgelben heute. „Die Entscheidung, Thomas Tuchel zu holen, war absolut richtig“, erklärt Hitzfeld weiter. „Einen deutschen Trainer, der seine eigene Philosophie hat, der der Mannschaft seinen Stempel aufdrücken kann. Unter ihm ist der BVB noch stabiler geworden, noch schwerer auszurechnen, noch flexibler.“

    Wie stabil und flexibel die Westfalen inzwischen sind, lässt sich auch daran ablesen, dass die Bayern immer noch nicht Meister sind. Die Borussia hängt den Münchnern beharrlich im Nacken und wartet nur auf einen Ausrutscher, der Vorsprung beträgt lediglich fünf Punkte. Im letzten Jahr hatten die Bayern zum jetzigen Zeitpunkt bereits zehn Punkte Vorsprung vor dem Zweiten aus Wolfsburg, der Abstand zu den Dortmundern im letzten Jahr sollte besser im Dunkeln bleiben. Und auch die beiden Jahre zuvor war es nicht vergleichbar mit der Situation heute.

    Detailverliebt und akribische Genauigkeit

    Was aber macht Tuchel anders? Denn die Spieler sind größtenteils aus der Ära Klopp. Lediglich drei Akteure, die es wirklich in den Kader von Tuchel geschafft haben, sind nicht von seinem Vorgänger an den Borsigplatz geholt worden: Roman Bürki, Gonzalo Castro und Julian Weigl. Während Bürki nicht immer unumstritten ist, hatte auch Castro in dieser Saison mit seiner Form sowie den Entscheidungen seines Coaches zu kämpfen. Lediglich Weigl überzeugte bislang auf ganzer Linie. „Der BVB ist unglaublich konstant, gewinnt auch die schwächeren Spiele“, sagt Hitzfeld.

    Was Tuchel dabei in jedem Fall zu Gute kommt, ist die Fitness seiner Spieler. Während Klopp im letzten Jahr mit einer Vielzahl von Verletzten zu kämpfen hatte, kann Tuchel auf einen breiten Kader zurückgreifen. Er achtet auf jedes Detail, um seine Spieler bestmöglich vorbereitet zu bekommen, sogar die Ernährungspläne im Verein hat er umgestellt. „Thomas hat gewisse Vorstellungen im Trainingsaufbau und auch abseits des Platzes. Er ist sehr akribisch und extrem motiviert. Ein wichtiger Punkt ist sicherlich auch die Ernährung“, sagte Sportdirektor Michael Zorc über seinen Trainer Anfang der Saison.

    Die Emanzipation schreitet voran

    Das registrieren auch die Spieler, die teilweise massiv abgenommen haben unter dem neuen Coach. „Kein Zucker mehr, kein Weizen oder Getreide“, sagt Gündogan und erklärte: „Anfangs war es gar nicht so einfach, auf die gewohnten Dinge zu verzichten. Aber jetzt schmeckt mir alles. Und mein Körper fühlt sich fitter an.“ Ähnliches gibt auch Mats Hummels zu Protokoll.

    Man hatte sich von Klopp nicht getrennt, weil man nicht mehr überzeugt war vom Trainer. Man hatte sich getrennt, weil die Beziehung zueinander etwas eingeschlafen war, man wollte neue Impulse setzten, neue Reizpunkte schaffen. Dies ist den Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Thomas Tuchel gelungen. Das allein durch die vielen Spieler noch etwas Klopp im BVB drinsteckt, liegt in der Natur der Sache. Das aber Thomas Tuchel den Vorgänger so schnell hat ‚vergessen‘ lassen, ist auch sein Verdienst und zeigt, welche Klasse erneut auf der Trainerbank beim BVB sitzt.

     

    Bilder (Wappen): Von FC Liverpool – http://en.wikipedia.org/wiki/Image:LFC.svg, Logo, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=3656546 und https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Borussia_Dortmund_logo.svg

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 4:13 pm am December 8, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: Borussia Dortmund, Langerak, Torwart,   

    Überfällig 

    Mitch Langerak erhielt beim Spiel von Borussia Dortmund gegen die TSG Hoffenheim überraschend den Vorzug vor Stammtorhüter Roman Weidenfeller. Ein längst überfälliger Schritt, den Jürgen Klopp nun vollzogen hat.

    Ein bisschen überrascht sei er von seiner Aufstellung gewesen, gab Langerak nach den 90 Minuten gegen Hoffenheim zu Protokoll. „Normalerweise spielt ja Roman“, schob er hinterher. Aufgrund einer Bauch-Entscheidung seines Trainers Jürgen Klopp aber rutschte der Australier ins Tor und behielt nach dem 1:0-Sieg der Schwarz-Gelben die weiße Weste. Ein Umstand, der Roman Weidenfeller in den dreizehn vorherigen Spielen nur einmal, und zwar gegen Borussia Mönchengladbach, geglückt war.

    Langerak hätte schon früher kommen können

    Nach Abschluss des 14. Spieltages in der Bundesliga wird daraus nun eine kleine Staatsaffäre gestrickt und gefragt, wie Jürgen Klopp nur die Institution Roman Weidenfeller aus dem Tor nehmen konnte? Er, der Weltmeister, der nach Jahren der Konstanz endlich zu seinem wohlverdienten Ruhm gekommen ist? Und überhaupt, degradiert man dermaßen einen Nationaltorhüter? Es sieht so aus, als müsse man nun, nachdem der BVB die rote Laterne wieder an den VfB Stuttgart abgegeben hat, ein Haar in der Suppe finden. Birgt die Personalie Weidenfeller Sprengstoff für den fragilen BVB?

    In Dortmund scheinen die Protagonisten sehr darauf bedacht, der Angelegenheit, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Noch spricht Sportdirektor Michael Zorc davon, dass es lediglich eine Bauch-Entscheidung und keine für die gesamte Saison gewesen sei. Auch der Trainer glaubt mit voller Überzeugung, dass der etatmäßige Stammkeeper professionell mit der Situation umgehen wird. Schaut man sich aber die Leistungen der vergangenen anderthalb Jahre an, kommt man zu dem Schluss, dass der Schritt hin zu Langerak durchaus schon früher hätte kommen können.

    Verdient zum Nationalkeeper erhoben

    Während mit Bernd Leno, Timo Horn, Marwin Hitz oder Loris Karius – und das sind nur einige wenige Beispiele – die jungen und talentierten Keeper in den letzten Jahren nur so aus dem Boden schossen, hielt der BVB an Roman Weidenfeller unbeirrt fest. Nach der traumhaften Saison 2012/13 auch nicht ganz unverständlich, war dies wohl die beste Saison, die Weidenfeller bis dato gespielt hatte. Unvergessen seine Glanzparaden, mit denen er die Dortmunder quasi im Alleingang durch das Champions League Halbfinale gegen Real Madrid führte. Daher wurde der gebürtige Pfälzer auch völlig verdient hinter Manuel Neuer zweiter Keeper im Nationaldress.

    Nach dieser großartigen Saison fiel der ehemalige Lauterer jedoch auf sein altes Niveau zurück. Dies bedeutete zwar nach wie vor Bundesligamittelmaß, war mit den gehobenen Ansprüchen des BVB aber eigentlich nicht mehr in Einklang zu bringen. Dies belegen vor allem Noten, die der kicker oder auch weltfussball.de regelmäßig vergeben. Zur Saison 2012/13 war „Weide“ in beiden Rankings viertbester Schnapper der Liga, und dabei sind nicht mal seine Champions League Einsätze eingerechnet. Leicht vorstellbar, sollte man diese Leistungen hinzuzählen, dass es durchaus noch ein paar Plätze hätte nach oben gehen können.

    Als Weltmeister schwer zu ersetzen

    Nach dem Ende der letzten Spielzeit führte der kicker den Keeper, der bereits seit 2002 Borusse ist, nur noch auf dem achten Rang. Im Weltfussball.de-Ranking schloss er auf Rang 10 ab. Mit Schuld daran waren diverse unnötige Ausflüge durch den Strafraum wie jener am 25. Spieltag daheim gegen Borussia Mönchengladbach, der damals eine 1:2 Niederlage einleitete. Dadurch, dass Roman Weidenfeller aber inzwischen Nationaltorhüter war, verbaten sich viele Fans die Kritik an ihrem Liebling.

    Die Tatsache, dass Weidenfeller bei Löw inzwischen ein gutes Standing hatte, sorgte auch hinter vorgehaltener Hand bei manchen Fans für einigen Unmut hinsichtlich der Nachfolger-Findung. Denn der Torhüter ist mit inzwischen 34 Jahren ein recht altes Eisen und dienstältester Torhüter in der Bundesliga. Nicht wenige Borussen hätten gerne Marc-André ter Stegen als legitimen Nachfolger zwischen den Pfosten im Signal-Iduna-Park gesehen. Dies hätte aber gleichzeitig bedeutet, den inzwischen zum Nationaltorhüter gereiften Weidenfeller zu degradieren und gleichzeitig einen anderen Keeper vor die Nase zu setzen.

    Eine Denkpause, oder doch mehr?

    Auch wenn es diese Saison leistungstechnisch gar nicht so schlecht aussieht (kicker: Rang acht, weltfussball.de: Rang zwölf), so wurden die kritischen Stimmen doch lauter. Mats Hummels ärgerte sich nach der Heimniederlage gegen Hannover recht ungewohnt über den spielentscheidenen 0:1-Gegentreffer und kritisierte indirekt den Schlussmann, woraufhin er sich aber öffentlich sofort entschuldigte. Die Sicherheit vergangener Tage jedoch schien dem Dortmunder Torhüter vollends abhanden gekommen zu sein. Sie endete in dem unrühmlichen Ausflug gegen Frankfurt und besiegelte die Niederlage gegen die Hessen.

    Auch wenn es für den Einen oder Anderen nach wie vor ein Frevel sein mag, einen Nationaltorhüter dermaßen zu „degradieren“, ist der Schritt vom alternden Roman Weidenfeller hin zum 26 Jahre alten Mitch Langerak überfällig gewesen. Und sollte es nur als Denkpause gewesen sein, sodass sich Weidenfeller bis zur Winterpause einfach mal eine kleine Auszeit genehmigt und dann noch mal angreift. Jedoch ist es nach den Erfahrungen der letzten Jahre in den Bundesligavereinen schwer vorstellbar, das Weidenfeller schnell in den Kasten zurückkehrt. Es könnte auch der erste Schritt zum Karriereende des Pfälzers gewesen sein. Und vielleicht der Anfang einer neuen Torhüter-Ära beim BVB, diesmal mit Mitch Langerak.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 2:24 pm am November 5, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: Borussia Dortmund, ,   

    Standard 

    Der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale der Champions League von Borussia Dortmund wurde von Fanausschreitungen, einer Menge Pyrotechnik und Spielunterbrechungen überschattet. Die Schuld dafür tragen aber nicht nur die Fans aus Istanbul.

    Schon vor dem Spiel feierten rund 1000 Anhänger von Galatasaray Istanbul am Dortmunder Friedensplatz und auf dem Weg Richtung Stadion ihre eigene verfrühte Silvesterparty. Im Signal-Iduna-Park setzte sich das Zündeln nahtlos fort. Es knallte und brannte über die komplette Spielzeit aus dem Gästeblock. Zwischendurch musste die Partie sogar unterbrochen werden, nachdem Mittelfeldspieler Shinji Kagawa vor dem Gästesektor eine Ecke für den BVB ausführen wollte und dabei mit Feuerwerkskörpern beworfen wurde. Dass kurz vor Spielende sogar benachbarte Fanblöcke mit Böllern und Leuchtraketen beworfen wurden, ließ die Polizei letztlich Ermittlungen „wegen versuchten Totschlags, Landfriedensbruchs, Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und des Versammlungsgesetzes“ einleiten. Erste Festnahmen soll es bereits gegeben haben.

    Auch der Dortmunder Anhang bekleckerte sich nach dem Schlusspfiff nicht mit Ruhm. Dadurch, dass die Heimfans das Stadion zuerst verlassen durften, nutzten einige Fans die Gelegenheit, die Sicherheitslinien zu überwinden und ihrerseits Angriffe auf die Gästekurve zu starten. Diese konnten nur mit Mühe durch die Polizei und die Ordner verhindert werden.

    Inkompetenz vor dem Gästesektor

    Der Sensationsgier folgend konzentrierte sich die mediale Aufmerksamkeit nach dem 4:1-Sieg der Dortmunder bisher ausschließlich auf die Krawalle sowie die Anhänger des türkischen Vizemeisters von 2014. Was aber in der Berichterstattung vollkommen untergeht, ist die Frage, wie überhaupt soviel Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt werden konnte? Bereits Mitte Oktober wurde Galatasaray Istanbul für seine feierwütigen und pyromanischen Fans von der UEFA zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt. Grund war auch hier das stetige Abbrennen von Feuerwerkskörpern bei der Champions League Partie in London gegen den FC Arsenal. Die Problematik, dass die türkischen Fans vielleicht die eine oder andere bengalische Fackel mit sich tragen werden, wird also auch in Dortmund bekannt gewesen sein.

    Dass vereinzelt Pyrotechnik in einen Block gelangt, ist gänzlich sicher nicht auszuschließen und wegen der Schwere der Durchsuchungen sicher auch kaum möglich. Dass dort aber Material für ein 90 Minuten plus x andauerndes Feuerwerk in einem Gästeblock untergebracht werden kann von einer in dieser Hinsicht bekannt fanatischen Fangruppe, weist auch auf eine vollkommene Inkompetenz des Dortmunder Ordnungsdienstes hin. Bei normalen Ligaspielen beklagen sich Auswärtsfans mittlerweile über die Art und Weise, wie die Ordnungsdienste mit ihnen vor den Gästesektoren in Deutschland umgehen. Mit Ganzkörperkontrollen in speziell dafür aufgebauten Zelten vor zwei Jahren in München mussten sich einige Eintracht-Fans sogar sprichwörtlich nackig machen, um ins Stadion zu dürfen und ihr Team zu unterstützen.

    Verantwortung liegt auch beim BVB

    Insofern stellt sich schon die Frage, ob wegen vernachlässigter Sorgfaltspflicht den anderen Stadiongästen gegenüber nicht auch der Ordnungsdienst in Dortmund mal einer ordentlichen Prüfung unterzogen werden sollte. In der gestrigen sind die Ordner vor dem Gästeblock jedenfalls mit Ach und Krach durchgefallen. Wäre es wirklich durch die Pyrotechnik und die Angriffe auf Dortmunder Anhänger zu Verletzten gekommen, eine Mitschuld bzw. eine gewisse Verantwortung dafür hätte sicher auch der Ordnerdienst gestern übernehmen müssen, der schlichtweg einen miserablen Job gemacht hat.

    Es spricht auch nicht gerade von Reflexion auf Seiten des BVB, wenn dort die gegnerischen Anhänger an den Pranger gestellt werden, die eigenen Sicherheitslücken jedoch keinerlei Bedenken auslösen. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke resignierte mit den Worten: „Unser Ordnungsdienst hat extrem penibel kontrolliert, aber du kannst das ja nicht verhindern, wenn das so groß angelegt ist.“ Jedoch ist genau das die Aufgabe eines Ordnerdienstes. Über die Aussage, dass die gegnerischen Fans zudem erst eineinhalb Stunden vor dem Spiel am Stadion eintrafen und es deshalb nicht genügend Zeit gegeben habe, alle zu kontrollieren, darüber werden viele Auswärtsfahrer wohl eher müde lächeln können.

     
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