Schlagwörter: DFB Kommentarverlauf ein-/ausschalten | Tastaturkürzel

  • Marc Fischer

    Marc Fischer 3:32 pm am February 3, 2015 Permalink | Antwort
    Tags: DFB, , , Huntelaar   

    Strafe 

    Für das Foul des Schalkers Klaas Jan Huntelaar an den Hannoveraner Manuel Schmiedebach am 18. Spieltag empfahl der DFB-Kontrollausschauss dem Sportgericht eine Sperre von sechs Spielen. Laut Regelwerk genau richtig.

    In der Veltins-Arena läuft die 85. Spielminute. Der FC Schalke 04 führt mit 1:0 gegen Hannover 96. Die letzte Chance der Gäste ist schon eine gute Viertelstunde her, alles sieht nach sicheren drei Punkten für Königsblau aus. Doch dann brennen dem niederländischen Stürmer Klaas Jan Huntelaar, genannt „Hunter“, die Sicherungen durch. Mit einigen Metern Anlauf springt der Schalker völlig ohne Not dem Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach in der gegnerischen Hälfte von hinten in die Beine. Schiedsrichter Sascha Stegemann zögert keine Sekunde und zieht die rote Karte für den Niederländer. Dieser ist über diese Entscheidung dermaßen erbost, dass er sich zum Referee gerichtet an die Stirn tippt und keinerlei Verständnis für die Entscheidung zeigt. Anstatt nun unaufgefordert den Gang in die Kabine anzutreten, geht Huntelaar trotz mehrfacher Aufforderung des vierten Offiziellen provokativ zur Schalker Bank und klatscht dort noch einmal mit der gesamten Delegation der Königsblauen ab.

    Nun hat der DFB-Kontrollausschuss dem Sportgericht eine Sperre von sechs Spielen für den „Hunter“ empfohlen, mehr als ein Drittel der gesamten Rückrunde. Eine drakonische Strafe, ohne Frage. Aber legt man das komplette Regelwerk zugrunde, ist die Strafe gar nicht weit hergeholt. In dem Buch „Das Fußballstrafrecht des deutschen Fußball-Bundes (DFB)“ von Horst Hilpert heißt es im „§ 8 Strafen gegen Spieler in einzelnen Fällen:

    Bei Bundesspielen gelten für Spieler unter anderem folgende Strafen:

    a) für unsportliches Verhalten Sperre bis zu sechs Monaten; falls kein Feldverweis zugrunde lag, kann anstatt einer Sperrstrafe oder Geldstrafe auf Verwarnung oder Verweis erkannt werden;

    b) für rohes Spiel gegen den Gegner Sperre von zwei Wochen bis zu sechs Monaten; roh spielt, wer rücksichtslos im Kampf um den Ball den Gegner verletzt oder gefährdet;

    c) für Tätlichkeiten gegen Gegner oder andere bei dem Spiel anwesende Personen Sperre von sechs Wochen bis zu sechs Monaten; wenn gegen den Spieler oder den sonst Betroffenen unmittelbar vor seinem Vergehen eine sportwidrige Handlung begangen worden ist oder in einem leichteren Fall der Tätlichkeit Sperre von mindestens drei Wochen; bei Vorliegen beider Milderungsgründe Sperre von mindestens zwei Wochen;

    d) für Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter oder Assistenten Sperre von sechs Monaten bis zu zwei Jahren, in leichteren Fällen Sperre von mindestens acht Wochen;

    e) für Beleidigung oder Bedrohung des Schiedsrichters oder der Assistenten während des Spiels Sperre von zwei Wochen bis zu drei Monaten, in leichteren Fällen Sperre von mindestens einer Woche;

    f) für Nichtbefolgung der Anordnungen des Schiedsrichters Sperre von einer Woche bis zu drei Monaten“

    Nimmt man nun all diese Regeln, heißt das, dass Huntelaar entweder gegen Punkt b oder c verstoßen hat, in jedem Falle aber auch gegen die Punkte e und f.

    Gegen Punkt b spricht soweit, dass es kein Kampf um den Ball war, da dieser in aussichtsloser Position aus Sicht des Schalkers war. Jedoch war es ein „rohes Spiel“ des Niederländers, inwieweit dies auch rücksichtslos war, ist dann wiederum Auslegungssache. Laut einiger Aussagen wollte er sich jedoch lediglich eine gelbe Karte einhandeln, um im Spiel gegen Bayern München gesperrt zu sein. Dadurch, dass Huntelaar auch eher ein Stolpern von Schmiedebach provozieren will und nicht mit voller Wucht direkt in die Knochen geht, könnte hier noch auf mildernde Umstände plädiert werden.

    Wird das Foul jedoch als klare Tätlichkeit behandelt, führt dies automatisch zu Punkt c. Milderungsgründe kommen hier jedoch kaum in Betracht, da gegen Huntelaar keine sportwidrige Handlung begangen worden ist. So bleibt hier unterm Strich eine dreiwöchige Sperre. Und dann kommen da noch die Punkte e und f hinzu. Der Unparteiische hat das tippen gegen die Stirn als ein „Vogel“ in seine Richtung gewertet, womit der Fall einer Beleidigung eintreten würde. Dies bedeutet weitere zwei Wochen Sperre. Dadurch, dass der „Hunter“ danach, trotz der Anweisungen des vierten Offiziellen Peter Gagelmann, nicht in die Kabine verschwunden ist, sondern sich noch von jedem einzelnen Auswechselspieler per Handschlag verabschieden musste, liegt auch hier die „Nichtbefolgung der der Anordnungen des Schiedsrichters“ vor. Und auch das bedeutet mindestens eine Woche Sperre. Zusammengenommen bei all diesen Punkten kommt man auf ein Minimum von sechs Spielen, die der niederländische Stürmer in Schalker Diensten in der Bundesliga aussetzen muss.

    Nimmt man zu Gunsten des „Hunters“ nur ein „rohes“ Spiel an, wodurch Punkt b in Kraft treten würde und Punkt c entfällt, bleiben allerdings immer noch fünf Spiele als Sperre übrig. Diese wird es dann wohl auch in letzter Instanz geben, jedoch ist darunter bei korrekter Regelauslegung nichts zu machen. Insofern hat dies alles nichts mit Hexenjagd oder Benachteiligung von bestimmten Mannschaften zu tun. Ganz sicher auch nichts mit dem Ruhr-Derby, das am fünften Spieltag der Rückrunde, am 23. Spieltag, stattfindet und bei einer Fünf-Spiele-Sperre die letzte Partie ist, die der Niederländer von der Tribüne aus verfolgen muss. Vielmehr ist es der eigenen Dummheit geschuldet, sich auf solch unsportliche Art und Weise eine fünfte gelbe Karte abholen zu wollen.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 12:52 pm am June 1, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: Bundestrainer, DFB, ,   

    Typen 

    Beim Jogi fahren doch nur wieder Schwiegermamas Lieblinge mit! Von wegen. Fakt ist, die Nationalmannschaft im WM-Jahr 2014 hat mehr Typen, als Gina Wild auf einer Swinger Party.

     

    Seit seinem Amtsantritt muss sich Bundestrainer Joachim Löw immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug „Typen“ im Kader zu haben. Er würde generell nur Spieler mitnehmen, die weder ihn kritisieren, noch an seinen Trainingsmethoden rummäkeln. Spieler, die ein Profil haben und womöglich im Charakter noch Ecken und Kanten aufweisen, haben fast genauso so wenige Chancen auf einen Platz im Nationalmannschaftskader, wie Spieler, die Tante Käthe unters Bayer-Kreuz gestellt hat.

    Das ist natürlich alles Quatsch, denn wenn man sich mal genauer mit dem Kader beschäftigt, wird schnell klar: Die Nationalmannschaft ist gespickt mit Outlaws, Rowdies und Draufgängern. Mit Schlitzohren, Tricksern und Gauklern. Vompunkt stellt euch Jogis Eleven mal genauer vor.

    Manuel Neuer
    Der Bayernkeeper besaß die Chuzpe, von Schalke 04 zum großen Konkurrenten nach München zu wechseln und war plötzlich der Bad Boy der Nation. Die Schalker Anhänger warfen ihm Verrat vor, die Fans in der bayrischen Landeshauptstadt wollten ihn gar nicht haben und ließen dies mit ihren „Koan Neuer“-Plakaten auch die gesamte Republik wissen. Das alles ließ Manuel Neuer aber dermaßen kalt, dass selbst Luca Brasi vor Ehrfurcht erstarrt wäre und Vito Corleone seinen Herzinfarkt schon Jahre früher erlitten hätte. Ab dem 2. Spieltag der Saison 2011/12 blieb Neuer wettbewerbsübergreifend 1147 Minuten ohne Gegentor und stellte einen neuen Vereinsrekord auf. Sämtliche Kritiker waren mundtot gemacht und die Zweifler waren überzeugt.

    Auch bei Interviews macht der Schlussmann generell eine gute Figur und weiß auf dumme Fragen auch dumme Antworten zu geben. In einem TV-Interview bei Sport1 wurde der Gelsenkirchener gefragt, ob er denn Michael Ballack in der Kabine gesehen hätte. Neuer antwortet, dass er nicht zugegen war, sondern sich bei der Dopingprobe befunden hätte. Was dabei herausgekommen sei, fragt ihn der Journalist. Schlagfertige Antwort vom Schlussmann: Urin! Noch Fragen?

    Philipp Lahm
    Für viele Fans der Inbegriff der Schwiegermutterthematik. Aber habt ihr euch nicht auch mal gefragt, ob da vielleicht ein tieferer Sinn hinter steckt? Für Jogi ist der Kapitän, der Capitano nach dem Capitano, so etwas wie der verlängerte Arm. Lahm ist Blitzableiter, Führungspersönlichkeit, Bindeglied und der erste PR-Angestellte im Team. Und dies alles hat er großartig in seiner Hand, und zwar so, dass ihm einfach niemand böse sein kann. Er ist der Überbringer der Botschaften. Er ist engster Vertrauter und ein Stratege. Gleichzeitig kämpft er aber mit dem Rest der Mannschaft an vorderster Front und geht als Kapitän vorneweg. Philipp Lahm ist so etwas wie der Brad Pitt in der deutschen Nationalmannschaft. Denn mal ehrlich, war irgendwer „Rusty“ Ryan in Las Vegas böse? Hat irgendjemand den charmanten Dieb abgeknallt? Oder fand es einer verwerflich, was Brad Pitt da mit seinen übrigen Kollegen in den Casinos angestellt hat? Nein, er sah einfach nur gut aus und er war immer noch anständig genug, um ihm nicht böse zu sein. Versteht ihr jetzt die Masche von Philipp Lahm?

    Per Mertesacker
    Der gebürtige Hannoveraner ist das Abbild eines Musterprofis. Verheiratet, kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden, das war’s. Keine Skandale, keine Avancen, kein Gar nichts! Nicht mal richtiger Verteidiger, denn wer in 221 Bundesligaspielen als Abwehrspieler gerade mal acht Gelbe und zwei Rote Karten gesammelt hat, kann kein Verteidiger sein. Vinnie „Die Axt“ Jones brauchte mal in einem Spiel lediglich drei Sekunden für den gelben Karton. So sehen Verteidiger aus, möchte man Per zurufen. Allerdings gilt das nur für die, die nichts von seinem Doppelleben wissen. Denn Mertesacker ist in seinem zweiten Leben als Robin Hood von Hannover unterwegs. 2006 rief er die „Per-Mertesacker-Stiftung“ ins Leben und engagiert sich seit 2009 für das Sozialprojekt „Wir helfen Afrika“, welches zur WM 2010 in Südafrika gegründet wurde. So zieht der frisch gebackene FA-Cup-Sieger 2014 den reichen Schnöseln das Geld aus ihren Anzügen und lässt es sozial benachteiligten Jugendlichen zukommen.

    Mats Hummels
    Die Nationalmannschaftskarriere vom Dortmunder Innenverteidiger wäre beinahe ganz schnell vorbei gewesen. Im September 2013 ließ der Beau mal die Muskeln spielen und kritisierte die Nationalelf mit den Worten: „Beim DFB sieht man Kritik nicht gerne“. Mutig, sagen die Einen, den Selbstmordversuch hätte er auch einfacher und angenehmer haben können, die Anderen. Allerdings überlebte das Head&Shoulders-Model die Chose relativ unverletzt. Wohl auch, weil ihm sein Ziehvater Jürgen schnell zur Seite gesprungen war  und das Zähnefletschen von Andy und Hansi somit direkt unterbunden wurde. Auf der anderen Seite aber auch ein Zeichen dafür, dass sich Mats Hummels mit seinen Eiern durchaus auch im Team von Diego Simeone hätte wieder finden können.

    Kevin G. aus D.
    Er schauspielert besser als Berti Vogts („Da bleibt man die komplette Halbzeit mit cool“). Er wirft zielgenauer als Phil Taylor („Dönerwurf“). Und nun die Gewissheit, dass keine Hotellobby mehr so sein wird, wenn nicht Kevin G. wenigstens einmal reingepinkelt hat. Vergessen ist der Stinkefinger von Effe, vergessen die „Unterhaltung“ zwischen Jérôme Boateng und Gina-Lisa nachts um drei Uhr auf einem Hotelzimmer, vergessen ist die Ohrfeige von Poldi an unseren Capitano. Wenn es einen Typen im Kader von Jogi Löw gibt, auf Kevin G. aus D. können wir voll zählen.

    Sami Khedira aka John McClane
    Was ein richtiger Sechser ist, den haut auch ein Kreuzbandriss nicht um. Bernd Trautmann spielte mit gebrochenem Genick? Da kann der gebürtige Stuttgarter nur müde lächeln. Artur Abraham kämpfte mit doppeltem Kieferbruch weiter? Der ehemalige VfB-Spieler winkt nur belustigt ab. Gregory Campbell stand für die Boston Bruins mit gebrochener Wade noch minutenlang auf dem Eis? Der Champions League Sieger von 2014 mit Real Madrid fällt vor Lachen vom Stuhl. Seien wir mal ehrlich: Wer sich nach einem Kreuzbandriss Mitte November so zurückkämpft, dass er sehr wahrscheinlich allen Ernstes Anfang Juni wieder in der Nationalelf spielt, pünktlich zum Finale von Real Madrid um die Champions League punktgenau Xabi Alonso von Beginn an vertreten kann, der würde auch angeschossen und mit nur einem Bein für Jogi bei der WM auf dem Platz stehen wollen. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum Khedira mit Lena Gercke liiert ist, und nicht wir…

    Bastian Schweinsteiger
    2006 war er noch ein Teil vom Duo „Poldi & Schweini“, welches bei der WM im eigenen Land die Fans nicht nur fußballerisch verzückte, sondern auch quasi so etwas wie das Gesicht des neuen Jugendstils im DFB-Team war. Schon damals sagte man dem Mittelfeldmann eine große Zukunft voraus. Heute, acht Jahre später, ist Bastian Schweinsteiger der unangefochtene Leader, eine ausgesprochene Führungspersönlichkeit, und keinesfalls der „Schweini“ von damals. Der Motor vom FC Bayern hat inzwischen sieben deutsche Meisterschaften, sieben DFB-Pokalsiege, einen Champions-League-Sieg sowie zwei zweite Plätze in der Königsklasse, eine FIFA Club-Weltmeisterschaft, einen UEFA Super-Cup und etliche andere Auszeichnungen in seiner Vita stehen. Für die Zukunft stehen noch der Nobelpreis in Physik, ein Oscar für die beste Filmmusik, die Goldmedaille im Curling und die Weltumseglung in einem Photovoltaik betriebenen Flugzeug auf dem Speiseplan. Aber natürlich erst, nachdem er mit der deutschen Nationalmannschaft mindestens einen der beiden großen Titel gewonnen hat.

    Lukas Podolski
    Der andere Teil vom Duo „Poldi & Schweini“, ne echte kölsche Jung, ein rheinisches Original geboren in Gliwice in Polen. Aus dem unschuldigen Straßenkicker, der mehr Flausen als Max und Moritz zusammen im Kopf hatte, ist nach seinen Stationen beim FC Bayern, 1. FC Köln und dem Arsenal Football Club in England ein Führungsspieler geworden. Seine jugendliche Unbekümmertheit sowie sein linker Dampfhammer sind ihm dabei aber nicht abhanden gekommen, sondern brachten ihm in Kombination mit einer gewissen erlangten Reife den Titel eines Publikumslieblings bei Arsenal ein. Sein rheinisches Naturell wird ihm dabei nicht wenig geholfen haben, die Herzen der Gunners zu erobern und nach neun Jahren mit dem FA-Cup wieder den ersten nationalen Titel für Arsenal zu holen. So metamorphorisierte „Poldi“ zu „In Pod We Trust“.

    Thomas Müller
    Er ist der personifizierte FC Bayern. Aber irgendwie in „nichtganzsounsympathisch“. Und er ist der Einzige, dessen Namen neben Ibrahimovic verbisiert wird. Wie das aussieht, wenn es „müllert“, davon haben England, Australien und Argentinien in Südafrika schon mal einen Schimmer bekommen. Wenns nicht läuft, dann kann eben nur einer helfen. Böse Zungen behaupten, dass er zwar mehr auf dem Hosenboden liegt, als dass er läuft, aber er ist eben auch der Einzige, der es auch aus einer völlig aussichtslosen Situation „müllern“ lassen kann. Glück gepaart mit dem puren Durchsetzungswillen und dem absoluten Selbstvertrauen, die Dinger auch genau so zu machen, wie er das will. Oder auch nicht will. Hauptsache drin. Egal. Und wenn es schon eine Weltmeisterschaft mit deutscher Beteiligung gibt, was wäre das denn für eine WM, wenn nicht DER deutsche Name schlechthin mit dabei wäre?

    Marco Reus
    Rolls Reus darf man getrost als deutschen Cristiano Ronaldo sehen. Die Spielweise ist ähnlich spektakulär. Hochgeschwindigkeitsdribblings, starke Technik, eiskalt vor dem Tor. Die Äußerlichkeiten passen ebenfalls. Tattoos, viel Bling Bling in vielen Körperöffnungen, zu blöde, die Kappe vernünftig auf den Kopf zu setzen, und in den Interviews eine gewisse Larmoyanz, die auch schnell als arrogant aufgefasst werden kann. Reus und sein kongenialer Partner Mario Götze sorgen für die modischen Ausfälle in Brasilien und setzen die deutschen Trends der WM. Hätte einer von beiden Bartwuchs, wir würden für den Gedächtnis-Schnauzer plädieren. Und wenn Deutschland im Finale am Ende gewonnen hat, gibt es nur einen nackten Spieler, den wir uns auf dem Cover der Vogue vorstellen könnten: Marco Reus!

    Miro
    387 Spiele, 207 Tore. Hätte Miro eine lächerliche Torprämie von im Schnitt 5000 € bisher gehabt, er wäre Millionär nur durch seine Treffer geworden. Mehr muss man bei dieser großartigen Karriere sicher nicht sagen. Brasilien ist die letzte Chance für den ehemaligen Roten Teufel, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Danach dürfte sein Abschied aus der Nationalmannschaft wohl beschlossene Sache sein. Mit Gerd Müller hat er inzwischen gleichgezogen. Da es auf lange Sicht nicht so aussieht, als sollte ihm noch jemand gefährlich werden können in den kommenden Jahren, wird sich Miro mit seinem nächsten Tor im Nationaldress unsterblich machen und hoffentlich zufrieden, ob mit oder ohne Weltmeistertitel, Abschied nehmen können.

    Joachim
    Größter „Typ“ in diesem Sammelsurium von Charakteren ist Joachim Löw selbst. Die “ The Fast And The Furious“-Reihe hat der Nationaltrainer in der limitierten Gold-Edition samt Box und Poster, keiner besiegt den Bundesjogi an der Konsole bei „Need For Speed“ und „Autobahnraser“ hat der Schwabe schon dreimal durchgespielt. Wann immer man ihn nach eigenen Idolen fragt, weiß der Trainer die Vita von Paul Walker und Ayrton Senna stilsicher herunterzubeten. Mit 18 hart erarbeiteten Punkten in Flensburg hat Löw zudem mehr, als der HSV in der gesamten Rückrunde sammeln konnte. Der Grund, warum Max Kruse nicht zur WM nominiert wurde, liegt damit auch klar auf der Hand. Kruses Maserati im Tarn-Look ist schneller als Löws eigenes Gefährt, womit dieser sich auf den Schlips getreten sah und kurzerhand hart durchgegriffen hat.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 2:21 pm am October 31, 2013 Permalink | Antwort
    Tags: Aachen, Braunschweig, DFB, Duisburg, Nordpark, ,   

    Wandlung 

    Wer ist schuld? Ist es die Presse? Sind es die Hooligans? Sind es die neuen/alten Rechtsradikalen in den Fankurven? Sind es gar die Ultras am Ende selbst? In der öffentlichen Wahrnehmung findet zurzeit auf jeden Fall eine Metamorphose statt.

    Die Ultrakultur war über die letzten Jahre geprägt von unpolitischem Vorsingen, damit beschäftigt mal schöne und mal weniger schöne Choreographien in den Kurven auf die Beine zu stellen und sich bei brisanten Themen wie etwa „Rassismus in der Kurve“ damit zu begnügen, man sei unpolitisch und Fußball habe mit Politik nichts zu tun.

    Bereits zu Anfang des Jahres gab es erste Entwicklungen von Rassisten gegen Ultras

    Seit geraumer Zeit scheint sich dies nun zu ändern. Die Ultras werden in deutschen Stadien immer mehr zur Zielscheibe. Vorrangig von Alt-Hools, die ihre Felle in ihren Geltungsbereichen immer weiter wegschwimmen sehen. Und neuerdings auch von Rechtsradikalen, die sich mit den Hooligans aus vergangener Zeit solidarisieren. Wohl weil sie den Einfluss sehen, den die Ultras auf die neu heranwachsenden jungen Fans in den Kurven haben.

    Die Unverbesserlichen und Ewiggestrigen, die Fußball nach wie vor archaisch betrachten und einen schwulen Fußballer nicht als vollwertigen Kicker ansehen können, machen sich wieder verstärkt bemerkbar. Vompunkt wies schon Anfang des Jahres daraufhin, wie beispielsweise die Aachener Ultras von der rechtsoffenen Karlsbande aus dem Stadion vertrieben wurden. In den letzten Wochen hat sich gleiches oder ähnliches in Braunschweig bzw. Duisburg zugetragen.

    Die Braunschweiger Ultragruppe UB01 wurde im Mönchengladbacher Nordpark geradezu aus dem Gästeblock geprügelt von einer Gruppe Rechtsradikaler und Alt-Hools. In Saarbrücken wurden nach der Drittligapartie Mitglieder der Duisburger Ultragruppierung „Kohorte“ von Hooligans verprügelt, weil sie während des Spiels mit einem selbstgemachten Banner auf die Verhältnisse in Braunschweig aufmerksam gemacht haben.

    Wo bleibt der Aufschrei in den Medien?

    Plötzlich werden die sonst so unpolitischen Ultras zur Zielscheibe von mittlerweile nicht mehr unerheblich wenigen unverbesserlichen Schlägern. Jetzt sind die Ultras gar nicht mehr so unpolitisch und stehen doch gegen Homophobie und Fremdenhass ein. Die Entwicklung der Ultras ist absolut zu begrüßen. Zeigt sie doch, dass weit mehr Verstand als das bloße Runterbeten unpolitischer Statements in den Köpfen steckt und ein starkes Bewusstsein für derzeitige Probleme in den Kurven da ist.

    Die Signalwirkung, die nun aber vor allem in Braunschweig vor wenigen Tagen ausging, indem man der doch nicht so unpolitischen Ultragruppe UB01 kurzerhand sagte, sie sei im Stadion unerwünscht, wird wohl auch dazu geführt haben, das Duisburger Ultras nur wenige Tage später einen Spießrutenlauf durch Saarbrücken zu absolvieren hatten.

    Traurigerweise schaffen es die größten Medien des Fußballs, die Sportschau in der ARD sowie die Sportreportage im ZDF oder auch Sport1 mit all seinen Bundesligatalks es nicht, das Thema auf die Agenda zu bringen. Einerseits, um die Vereine vielleicht auch so durch die breite Öffentlichkeit ein wenig mehr unter Zugzwang zu bringen. Andererseits, um mehr vernünftige Fans und Zuschauer zu sensibilisieren und den Nazis und Schlägern in den Kurven noch mehr die Grundlage zu entziehen.

    Die Vereine können mit der Situation überhaupt nicht umgehen

    Ultras sollen und dürfen in der heutigen Zeit bei der Tragweite, die sie in Deutschland inzwischen haben, nicht unpolitisch sein. Das sind sie in Italien auch nicht und nie gewesen, siehe AS Livorno Calcio. Ebenso wenig wie in Ägypten, wo die Ultras des Vereins Al-Ahly Kairo an der Revolution in Ägypten 2011 beteiligt waren. Oder auch die Ultras aller Istanbuler Vereine, die bei den Unruhen am Tahrir-Platz Stellung bezogen und sich mit den Protestlern solidarisierten.

    Wenn sie allerdings von den Vereinen so dermaßen im Stich gelassen werden und wie im Falle von Braunschweig sogar als unerwünscht im Stadion betrachtet werden, muss man sich ernsthaft fragen, ob die Vorstände und Verantwortlichen der Vereine noch alle Latten am Zaun haben.

    So bleibt nämlich lediglich eine große Diskrepanz zurück. Der DFB wirbt mit Slogans und Einspielern vor Länderspielen gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Homophobie etc. Wird dies allerdings von den gemeinen Fußballfans, die sich in ihren Vereinen und Fankurven engagieren, aufgenommen, werden diese kläglich sträflich von den Vereinen im Stich gelassen und sogar noch freundlich zum Ausgang gebeten. Willkommen in der Steinzeit.  Arbeitsauftrag nicht verstanden!

     
    • christian ploenzke 4:20 pm am November 14, 2013 Permalink | Antwort

      hallo,

      guter tenor im komentar, aber inhaltlich leider nicht alles so korekt.

      mfg christian

      • Marc Fischer

        Vompunkt 2:58 pm am November 15, 2013 Permalink | Antwort

        Hallo Christian,
        was ist denn inhaltlich falsch? Dann werde ich das natürlich umgehend im Artikel richtig stellen.

c
compose new post
j
next post/next comment
k
previous post/previous comment
r
reply
e
edit
o
show/hide comments
t
go to top
l
go to login
h
show/hide help
shift + esc
cancel