Schlagwörter: Pep Guardiola Kommentarverlauf ein-/ausschalten | Tastaturkürzel

  • Marc Fischer

    Marc Fischer 11:28 pm am May 21, 2015 Permalink | Antwort
    Tags: , , Pep Guardiola   

    Wettbewerbsverzerrung 

    Drei Niederlagen in Folge nach der gewonnen Meisterschaft. Rotationen und öffentlich kommunizierte Motivationsprobleme. Die Stimmen der Wettbewerbsverzerrung dieser Tage werden lauter.

    Weil die Münchner bereits am 30. Spieltag aufgrund der Niederlage des VfL Wolfsburg in Mönchengladbach auf der Couch Meister wurden, geht es für den Rekordmeister in der Bundesliga um nichts mehr. Wohl aber für siebzehn andere Vereine. Weil der FC Bayern aber die letzten drei Ligaspiele seither verloren hat, wird der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung lauter. Denn die Niederlagen des Rekordmeisters haben auf allen Ebenen für Unruhe gesorgt.

    Im Kampf um die Champions League kam Bayer Leverkusen daheim zu einem 2:0 Sieg, der FC Augsburg konnte mit seinem Auswärtserfolg in der Allianzarena wichtige Punkte für die Euro League sammeln und der SC Freiburg hat nach 19 Jahren mal wieder ein Spiel gegen den übermächtigen Goliath im ärgsten Abstiegskampf gewonnen. Da der Serienmeister von der Isar in den 30 vorangegangen Spielen lediglich zwei Spiele verlor, liegt der Schluss nahe, dass man es in Bayern nach dem Gewinn der Meisterschaft etwas lockerer angehen lässt. Und bringt damit die Konkurrenz auf die Palme.

    Bayern wie einst Bremen

    Klaus Allofs, Sportdirektor des VfL Wolfsburg, sagte im Doppelpass bei Sport1, er vermisse etwas die Professionalität beim FC Bayern und zeigte Verständnis für den Ärger der anderen Clubs. Und tatsächlich, in den letzten 15 Jahren hat keine Mannschaft nach dem Gewinn der Meisterschaft die restlichen Ligaspiele verloren. Außer Werder Bremen in der Saison 2003/04, als die Norddeutschen am 32. Spieltag mit einem 3:1-Auswärtssieg in München die Meisterschaft perfekt machten. Danach gab es daheim im Weserstadion eine 2:6-Niederlage gegen Leverkusen und ein 1:3 bei Hansa Rostock. Sportdirektor damals: Klaus Allofs.

    Seit dem Bremer Titel gewann der FC Bayern sieben Meisterschaften, sechs davon vorzeitig. Dazu gab es jeweils einen Meistertitel für den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg, beide erst am 34. Spieltag und zwei Titel für Borussia Dortmund, die jeweils am 32. Spieltag sicher waren. Es verlor aber kein Meister danach drei Spiele in Folge. Nicht mal, als die Münchner im letzten Jahr sogar schon am 27. Spieltag als frühester Meister der Bundesligageschichte feststanden. Jedoch wurde auch damals der Ruf nach einer Wettbewerbsverzerrung laut, als Pep Guardiola am 29. Spieltag gegen den FC Augsburg eine vermeintliche B-Elf auf den Platz schickte, und damit ebenfalls Unmut hervorrief.

    Charakterfragen und Mentalitätsprobleme

    Aber haben die Bayern die Spiele dieses wie letztes Jahr wirklich hergeschenkt? Im letzten Jahr machte sich Guardiola durch Wechsel in der Startelf durchaus angreifbar. Ein Ylli Sallahi hat seit dem Spiel gegen Augsburg im letzten Jahr niemand mehr gesehen. Ein Weiser und Höjberg aber durchaus. Darüberhinaus gewann der FC Bayern in der letzten Spielzeit am Ende dann doch recht souverän seine letzten vier Spiele mit einem Torverhältnis von 12:3.

    Auch in diesem Jahr ließ Guardiola nach dem gewonnenen Titel prompt rotieren. Gianluca Gaudino durfte nach langer Zeit mal wieder Bundesligaluft schnuppern und ein Rico Strieder dürfte nur den größten Experten und eingefleischtesten Fans ein Begriff gewesen sein. Jedoch hatten die Bayern in der gesamten Saison großes Verletzungspech, sodass Guardiola vor dem wichtigen Spiel gegen Barcelona schon fast gezwungen war, einigen Spielern eine Verschnaufpause zu gönnen. Und auch die Spiele gegen Augsburg und Freiburg sprechen in der Statistik klar für den deutschen Rekordmeister. Und Niederlagen gehören nun mal auch zum Geschäft. Auch wenn man schon Meister ist.

    Viel verheerender ist eher die gemeine Sprachregelung, nach der Guardiola in diesem wie auch im letzten Jahr die Bundesliga nach dem Gewinn der Meisterschaft für beendet erklärt hat. Nachdem die Bayern auch in diesem Jahr bereits frühezeitig nicht mehr vom Platz an der Sonne zu verdrängen waren, hat Pep denselben Fehler begangen wie zum Ende der letzten Spielzeit. Die Quittung haben die Münchner jeweils in beiden Halbfinalspielen der Champions League kassiert. Aufgrund dessen, dass der Trainer die Spannung herausgenommen hat, gab es krachende Niederlagen gegen Real Madrid und Barcelona. Damit wurden nicht nur entscheidende Saisonziele verspielt, sondern auch ein Höchstmaß an Respektlosigkeit gegenüber der restlichen Liga transportiert. Insofern ist es eher eine Mentalitäts- sowie Charakterfrage, der sich die Münchner mal ernsthaft stellen sollten, als dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 1:02 pm am April 23, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: Ancelotti, , , Pep Guardiola,   

    Bayern schaltet Real aus 

    Bayern schaltet Real aus

    Mission Tripleverteidigung gegen „La Decima“. Wer setzt sich in diesem Duell der Giganten durch?
    Ancelotti gilt als Bayernschreck, Pep ist die Nemesis von Real. Ancelotti verlor in sechs Begegnungen mit den Münchenern noch nie und warf den deutschen Rekordmeister bereits zwei mal aus dem Wettbewerb, Guardiola setzte sich in seiner Trainerkarriere in K.O.-Spielen gegen Madrid immer durch. Wir lehnen uns weit aus dem Fenster und glauben, im Nebel der Glaskugel einen Vorteil für den FC Bayern zu erkennen. In zwei Spitzenspielen behalten die Münchener, die Oberhand gegen die Galaktischen aus Madrid. Schweinsteiger darf wieder ran, Ronaldo ist mit seinem Knie noch nicht zufrieden und auf den Straßen in Madrid sind sie froh, dass nach zwei Tagen Ausnahmezustand endlich wieder Ruhe einkehrt.

    Update 30.04.14

    Auch im 22. Anlauf in der Champions League schafft es der Titelverteidiger nicht, seinen Titel zu verteidigen. Der Ballbesitz der Bayern ist an den heißen Spaniern einfach verpufft und Real ließ sich von der Dominanz der Bayern nicht beeindrucken. Reichte den Madrilenen im Santiago Bernabeu noch ein mageres 1:0 durch ein lupenreines Kontertor von Benzema, brannten die Königlichen im Rückspiel in München geradezu ein Feuerwerk ab. Unbeeindruckt von der bajuwarischen Kulisse schoss Sergio Ramos in den ersten 20 Minuten nach Freistößen per Kopf einen 2:0 Vorsprung heraus, Cristiano Ronaldo machte dann eine Viertelstunde später den Deckel drauf. Damit war die Messe nach 35 Minuten gelesen und der Rest war nur noch Schaulaufen. Das vierte Tor in der 89. Minute wiederum durch Cristiano Ronaldo besiegelte zudem die höchste Heimniederlage in der Champions League für den deutschen Rekordmeister.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 6:07 pm am April 14, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: , , , Pep Guardiola, Uli Hoeneß   

    Verzerrt 

    Uli Hoeneß war sauer. Wütend trat er vor die Kameras und ließ Dampf ab. Von einer riesigen Sauerei und einem großen Schaden für die Liga sprach er. Dass dies mit Fairplay überhaupt nichts zu tun habe. Er war verwundert darüber, wie man sich in einer solchen Phase der Meisterschaft nur so Abschlachten lassen kann und wie man mit solch einer Einstellung in ein Bundesligaspiel gehen könne. Der Hamburger SV hatte sein Ligaspiel gerade beim großen Rivalen aus Bremen mit 0:6 verloren.

    Die Situation stammt aus dem Jahre 2004. Damals war der FC Bayern nur auf dem zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga und lag bereits sechs Punkte hinter den Bremern zurück. Zwischen den Zeilen, die Uli Hoeneß den Journalisten in die Mikrofone diktierte, konnte man klar herauslesen, dass er den Verantwortlichen des Hamburger SV Wettbewerbsverzerrung vorwarf. Damals sah der Ex-Manager aus München „seinen“ FC Bayern klar benachteiligt.

    Was damals für viel Unmut zwischen den Verantwortlichen des FC Bayern und des HSV sorgte, ist heute längst vergessen. Heute erklärt der Rekordmeister seine Bundesligasaison nach dem 27. Spieltag für beendet und handelt getreu dem Motto: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ Nach dem die Meisterschaft seit Ende März beim Auswärtsspiel in Berlin unter Dach und Fach ist, erläuterte Bayern-Trainer Pep Guardiola bereits bei der folgenden Partie gegen die TSG aus Hoffenheim, dass die Arbeit in der Bundesliga für den Rekordmeister vorbei sei.

    Ein Spitzenspiel, das keines mehr war

    So wurden für dieses Aufeinandertreffen mit den Kraichgauern bereits tragende Säulen geschont (Alaba, Lahm, Müller, Neuer, Robben) oder standen gar nicht erst im Kader (Boateng, Kroos). Unterstrichen hat dies allerdings noch die Mannschaftsaufstellung, die Guardiola für das folgende Spiel gegen den FC Augsburg ins Rennen schickte. Dort spielten mit Weiser, Sallahi und Höjbjerg plötzlich drei Spieler in der Startelf, die nicht mal eine B-Elf rechtfertigten. Sogar Bayernfans kritisierten seinerzeit die Nominierung diverser Spieler mit den Worten, dass diese selbst bei der U-23 des Rekordmeisters nicht mal regelmäßig überzeugten.

    Nun schienen sich die Verantwortlichen beim Rekordmeister ein wenig besonnen zu haben und schickten daher für das „Spitzenspiel“, welches schon lange keines mehr war, für den deutschen „Clásico“, wie sich die deutsche Presse so schön freut, sagen zu dürfen, ihre erste Elf auf den Platz. Allerdings war auch dieses Spiel für den FC Bayern offenbar nicht mehr als ein besseres Freundschaftsspiel unter Flutlicht, wovon die höchste Heimniederlage seit über 5 Jahren zeugt. Kaum auszudenken, wie groß das Medienecho gewesen wäre, wenn die Meisterschaft noch nicht entschieden wäre. So aber werden fröhlich Nebelkerzen geworfen und Nebenkriegsschauplätze aufgemacht.

    Wie etwa die Aufmerksamkeit, die dem Getöse vom designierten Bayernpräsidenten Karl Hopfner und Joachim Watzke entgegengebracht wird. Der eine bezichtigt den anderen als Lügner, der wiederum wehrt sich mit Händen und Füßen und halbseidenen Argumenten gegen diese Beleidigung und alle Welt schaut auf diesen Hahnenkampf. So geht vollkommen unter, dass nicht nur, aber vor allem in Gelsenkirchen vor Wut geschäumt wird, weil man in München nur noch mit halber Kraft fährt. Schließlich kämpft man im Ruhrpott noch mit aller Macht um die Vizemeisterschaft.

    Für 17 Teams gilt die Liga alles, für die Bayern nichts

    Dabei haben nicht nur die Schalker allen Grund, sich aufzuregen. Dem FC Augsburg wurden unerwartet wie unnötig drei Punkte im Kampf um die internationalen Plätze geschenkt, was man in Mainz und Mönchengladbach sicher auch mit einigem Unmut zur Kenntnis genommen haben dürfte.

    Ebenso wird es spannend zu beobachten sein, wie sich die Münchener nun in den anstehenden Begegnungen gegen die Abstiegskandidaten präsentieren. Drei der letzten vier Partien sind gegen akut abstiegsgefährdete Teams, womit der Rekordmeister das Zünglein an der Waage spielen wird. Sollte auch hier nur mit angezogener Handbremse und einer C-Elf auf dem Platz agiert werden, muss man sich in der bayrischen Landeshauptstadt tatsächlich den Vorwurf der Verzerrung gefallen lassen.

    Die Respektlosigkeit, mit der der FC Bayern der Liga derzeit begegnet, weil man einen laufenden Wettbewerb, der für 17 andere Teams noch voll im Gange ist, einfach so für sich für beendet erklärt, ist an schlechtem Stil kaum zu überbieten. Vielleicht erinnert man sich da noch mal an die Worte von Uli Hoeneß aus dem Jahre 2004, die an den Hamburger SV gerichtet waren: „Das ist keine Einstellung in solch einer Phase der Meisterschaft. (…) Da müssen sich die Verantwortlichen fragen, ob das in dieser Phase der Meisterschaft in Ordnung ist.“

     
c
compose new post
j
next post/next comment
k
previous post/previous comment
r
reply
e
edit
o
show/hide comments
t
go to top
l
go to login
h
show/hide help
shift + esc
cancel