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  • Marc Fischer

    Marc Fischer 6:54 pm am May 28, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: AEK Larnaka, , Thomas Christiansen, Torschützenkönig, VfL Bochum, Was macht eigentlich…?   

    Thomas Christiansen 

    Robert Lewandowski wurde mit nur 20 Treffern Torschützenkönig der abgelaufenen Saison. Diese Marke reichte zuletzt in der Saison 2006/07, als Theofanis Gekas die begehrte Torjäger-Kanone errang. Dies erinnerte uns unweigerlich an einen anderen Torschützenkönig vom VfL Bochum. Was macht eigentlich Thomas Christiansen?

    Gäbe es im Fußball so etwas wie ein One Hit Wonder, wäre Christiansen der Lou Bega der Bundesliga. In einer 17 Jahre andauernden Karriere reichte dem Stürmer eine tolle Saison beim VfL Bochum, um sich einen festen Platz in den Bundesliga-Annalen zu sichern. Gemeinsam mit Giovane Élber gewann er 2003 mit 21 Treffern die Trophäe des besten Goalgetters.

    Begonnen hat die Karriere von Thomas Christiansen Tarín, wie er mit vollem Namen heißt, in seiner dänischen Geburtsstadt Hvidovre beim damaligen Zweitligisten Hvidovre IF. Zwar spielte er in seiner Jugend bei Avedøre IF und Brøndby IF, seine ersten Schritte im Profigeschäft tätigte er aber in Hvidovre. Dort schnürte er erstmals in der Saison 1989/90 die Stollenschuhe, wechselte aber bereits nach einem Jahr zu B.93 København. In seinem einzigen Ligaspiel in der Saison 1990/91 erzielte er natürlich gleich einen Treffer.

    Daraufhin wechselte er für vier Jahre zum FC Barcelona, war aber vorrangig für die B-Mannschaft des Clubs aktiv. Er konnte sich dort nie wirklich durchsetzen und wurde immer wieder an andere spanische Vereine ausgeliehen. Aber auch bei Sporting Gijón, CA Osasuna und Racing Santander konnte er nie einen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass es ihn ab 1995 weiter zum Club Real Oviedo zog. Dort spielte der Stürmer, der neben dem dänischen Pass auch eine spanische Staatsbürgerschaft besitzt, für zweieinhalb weitere Jahre, hatte aber mit fünf Hütten in 50 Partien nur sehr mäßigen Erfolg.

    Die folgenden drei Spielzeiten durchlebte Christiansen den Traum eines Wandervogels und modernen Söldners und dürfte dabei vorrangig aus seinem Koffer gelebt haben. Beim FC Villarreal blieb er immerhin eine ganze Saison, danach ging er für ein halbes Jahr in die dritte spanische Liga zum FC Terrassa. Von dort zog es ihn für die zweite Saisonhälfte weiter zum griechischen Verein Panionios Athen, den er aber im Juni bereits wieder verließ, um in seiner Heimat beim dänischen Verein Herfølge BK anzuheuern.

    Schließlich landete er in der Winterpause der Saison 2000/01 beim VfL Bochum, doch auch er konnte den damaligen Abstieg aus der ersten Bundesliga nicht mehr verhindern. Also ging er mit dem VfL in die zweite Liga und war direkt entscheidend am direkten Wiederaufstieg beteiligt. Mit 17 Buden war Christiansen mit Abstand erfolgreichster Torschütze der Bochumer und viertbester Schütze der gesamten zweiten Liga. Dies sollte aber nur der Auftakt für eine großartige Erstligasaison sein, die er mit 21 Treffern in der Spielzeit 2002/03 vergoldete. Zusätzlich bereitete er noch vier weitere Tore vor und war so insgesamt an 25 der 55 Tore der Bochumer in jener Spielzeit beteiligt.

    Durch seine Leistungen wurde schließlich Hannover 96 auf den Stürmer aufmerksam und holte den inzwischen 30-jährigen Angreifer zur Saison 2003/04 an die Leine. Schon im ersten Jahr bei den Niedersachsen ging seine Quote aber wieder merklich nach unten und lag zu Saisonende bei nur noch 9 Treffern. Auch in den folgenden beiden Spielzeiten fand der Stürmer, der 1993 zwei Länderspiele für Spanien absolviert hatte und dabei einen Treffer gegen Litauen in der WM-Qualifikation erzielte, nicht mehr zu seiner Form aus den erfolgreichen VfL-Jahren. Am Ende war es ein zweiter Ermüdungsbruch im rechten Schienbein, der Christiansen dazu zwang, seine Karriere schließlich 2006 zu beenden.

    Danach wurde es erstmal ruhig um den spanischen Dänen, der seit 2008 die A-Lizenz für Trainer hat. Bis er im Juli 2011 ein Engagement als Co-Trainer beim schweizerischen Club Xamax Neuchâtel antrat. Im Januar 2012 entzog die Axpo Super League, die erste Liga in der Schweiz, dem Verein allerdings die Lizenz und Neuchâtel musste Konkurs anmelden. Der Verein wurde infolgedessen in die fünfte Liga relegiert und die Liaison mit Christiansen war bereits wieder beendet.

    Anfang 2013 tauchten dann Gerüchte auf, wonach Christiansen als Co-Trainer von Pep Guardiola beim FC Bayern ins Spiel gebracht wurde. Beide kennen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Barcelona, sind quasi Nachbarn im Küstenort Llavaneres und miteinander befreundet. Daraufhin mutmaßte die tz damals, dass der ehemalige Stürmer vom VfL Bochum zum Trainerstab von Guardiola gehören könnte, weil Christiansen die deutsche Liga kennt sowie auch die deutsche Sprache spricht.

    Doch es kam anders. Christiansen wurde von einem anderen ehemaligen Mannschaftskollegen bei Barcelona, Luis Milla, angeworben und von Februar 2013 bis Oktober 2013 Co-Trainer unter Milla beim arabischen Club Al Jazeera in Abu Dhabi. Inzwischen hat sich der ehemalige Bundesligatorschützenkönig einem weiteren Weggefährten angeschlossen. Sein damaliger Mitspieler Xavi Roca, heute Sportdirektor beim zypriotischen Verein AEL Larnaka, holte ihn für die kommende Saison als Cheftrainer auf die Mittelmeerinsel, wo er ab nächster Woche sein Amt antritt.

    Thomas Christiansen ist heute verheiratet und hat zwei Kinder.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 12:17 pm am April 30, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: , Carsten Ramelow, Hertha BSC, VdV, Vizemeisterschaft, Was macht eigentlich…?   

    Carsten Ramelow 

    Bayer Leverkusen hat für die kommende Saison mit Roger Schmidt einen neuen Übungsleiter. Beim durchstöbern der Reaktionen auf diesen Wechsel stolperten wir plötzlich über einen Namen, den wir irgendwie nicht mehr auf dem Schirm hatten. Was macht eigentlich Carsten Ramelow?

    In seiner Jugend durchlief der gebürtige Berliner mehrere Vereine in der Hauptstadt, ehe er als 17 Jähriger zur Hertha wechselte. Über die Amateurmannschaft schaffte es Ramelow schließlich, sich im damaligen Zweitligakader zu etablieren und zur Stammkraft zu werden. Von Berlin aus wechselte er dann in der Winterpause der Saison 1995/96 zu Bayer Leverkusen.

    Fortan spielte der Mittelfeldspieler bei keinem anderen Verein mehr und erzielte in insgesamt 333 Bundesligaspielen 22 Treffer für den Werksclub. Ein Titel blieb ihm am Rhein aber verwehrt. So war er Teil des legendären Kaders von Klaus Toppmöller, der 2002 in der Meisterschaft, im Pokal und in der Champions League jeweils nur Vize wurde. Insgesamt brachte es Ramelow auf vier Vizemeisterschaften, zwei Vize-Pokalsiege und einen Vize-Champions-League-Sieg. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 2002 in Japan und Südkorea, man ahnt es, Vize-Weltmeister.

    Für die Nationalmannschaft absolvierte Ramelow insgesamt 46 Spiele, in denen ihm drei Treffer gelangen. Wenige Tage vor der EM 2004 in Portugal gab er schließlich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. Er begründete diesen Schritt damals mit seinen zahlreichen Verletzungen und wollte zudem „Platz machen für jüngere Spieler, die eine Perspektive für die WM 2006 haben“.

    Im März 2008 beendete der Berliner dann seine aktive Karriere. Ulf Kirsten, zu jener Zeit Trainer des Leverkusener Regionalliga Teams, konnte ihn im August selben Jahres noch mal umstimmen. Der ehemalige Mittelfeldspieler sollte der jungen U-23 Truppe mit seiner Erfahrung Stabilität verleihen. Im Oktober war dann aber endgültig Schluss, die Knie machten einfach nicht mehr mit.

    Dem Fußball ist Carsten Ramelow aber erhalten geblieben. Seit 2003 bereits ist er, wie sollte man es auch anders annehmen, Vizepräsident des VdV, der Vereinigung der Vertragsfußballspieler. Einer Spielergewerkschaft für Profi-Fußballer, der rund 1300 Mitglieder angehören. 2011 war er für die Frauenfußball-WM in Deutschland als Botschafter und Städtepartner für Leverkusen unterwegs.

    Seit seinem Karriereende arbeitet Ramelow bei der Booker GmbH, einer Firma, die sich auf den Verkauf von Businesslogen bei Sportevents spezialisiert hat. Bereits 2004 versuchte er sich als Sänger und nahm eine CD mit drei Musikstücken auf. Das Geld, welches eingenommen wurde, spendete der gebürtige Berliner einer sozialen Einrichtung in seinem Wohnort. Carsten Ramelow wohnt heute in Kürten-Bechen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 12:40 pm am April 22, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: , Go Ahead Eagles, Harry Decheiver, RKC Waalwijk, SC Freiburg, Was macht eigentlich…?   

    Harry Decheiver 

    Nachdem am Samstag die sieglose Serie der Gladbacher Borussia an der Dreisam um eine weitere Spielzeit verlängert wurde, überlegten wir, wer eigentlich bei der letzten Heimniederlage des SC Freiburg gegen die Fohlen im Kader stand und mussten dabei unweigerlich an den „Knipser“ denken. Was macht eigentlich Harry Decheiver?

    Vor der Partie am 31. Spieltag war Borussia Mönchengladbach bereits 12 Jahre ohne Sieg in Freiburg, womit das Team von Christian Streich getrost als Angstgegner für den Verein vom Niederrhein bezeichnet werden kann. Den letzten Dreier im Breisgau fuhren die Fohlen im März 2002 durch ein Kopfballtor von Arie van Lent ein. Zu jenem Zeitpunkt war aber auch Decheiver schon Geschichte beim Sportclub.

    Der aus dem niederländischen Deventer stammende Stürmer begann seine Karriere 1986 in der holländischen Provinz Overijssel bei den Go Ahead Eagles Deventer. Vom damaligen Zweitligisten, für den er in vier Jahren in 82 Spielen 27 Tore erzielte, wechselte er dann 1990 in die Eredivisie zum SC Heerenveen. Bei den Friesländern blieb der Angreifer jedoch nur ein Jahr und zog weiter zum RKC Waalwijk, wo er in seiner ersten Saison in 25 Spielen 19 Treffer erzielte.

    Eine Verletzung sorgte dann aber in der Spielzeit 1992/93 dafür, dass Decheiver lediglich ein Spiel für den RKC machen konnte. Nach anderthalb eher durchwachsenen Jahren kehrte der Mittelstürmer dann Ende des Jahres 1994 zu seinem Ausbildungsverein Go Ahead Eagles zurück und fand dort zu alter Stärke. 15 Hütten in 27 Spielen bis in den Oktober 1995 hinein zeigten, welche Treffsicherheit in Decheiver stecken, wenn er denn mal verletzungsfrei blieb.

    Decheivers Agent Tom van Dalen bemerkte, dass der SC Freiburg zu jener Zeit händeringend nach einem neuen Stürmer suchte, weil der Saisonbeginn mit fünf Punkten aus zehn Spielen mächtig vergeigt wurde. Also verschickte van Dalen eine Videokassette mit den Toren seines Schützlings in den Breisgau. Trotz kritischer Stimmen, die laut fragten, was man denn mit einem Stürmer vom holländischen Tabellenletzten sollte, holte der Freiburger Trainer Volker Finke den Stürmer im Oktober schließlich für 1,5 Mio. an die Dreisam.

    Schon am 23. Spieltag verbuchte Decheiver 7 Treffer bei 11 Einsätzen. In seiner ersten Bundesligasaison schoss er in 22 Spielen insgesamt 11 Tore, welche ihm schließlich in Deutschland den Spitznamen „Knipser“ einbrachten und folglich diesen Begriff für gute Stürmer prägten. In der folgenden Spielzeit trat jedoch Decheivers Verletzungsanfälligkeit wieder zu Tage, so dass er lediglich 19 Einsätze verbuchen konnte. Seine 6 Treffer aus der Saison 1996/97 verhinderten auch nicht den Abstieg des Sportclubs in die 2. Liga und der Stürmer kehrte in seine niederländische Heimat zum FC Utrecht zurück.

    In Utrecht hielt es ihn jedoch nicht sehr lange. Im Juli erst unter Vertrag genommen, holten ihn Nevio Scala und Ottmar Hitzfeld im November selben Jahres nach Dortmund. Jedoch machte auch hier die Verletzungsanfälligkeit der weiteren Karriere des Harry Decheiver einen Strich durch dessen Rechnung. Nach 8 Bundesligaspielen und drei Toren für die Schwarzgelben beendete er schließlich im Alter von 28 Jahren aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit und eines angeborenen Hüftschadens nach der Saison 1998/99 seine Karriere.

    Nicht jedoch, ohne noch Weltpokalsieger mit dem BVB geworden zu sein. Er wurde im Finale in der 75. Minute für Stephane Chapuisat eingewechselt und hatte somit noch Anteil am 2:0 Erfolg der Dortmunder gegen Cruzeiro Belo Horizonte. Auch in der Champions League kam der niederländische Stürmer zum Einsatz. Gegen die Bayern durfte er im Viertelfinale für die Borussia aus Dortmund zweimal von Beginn an ran, wurde aber später ausgewechselt, im Halbfinale gegen Real Madrid wurde er zweimal eingewechselt. Ein Treffer gelang ihm in der Königsklasse aber nicht mehr.

    2004 begann dann die Trainerkarriere von Harry Decheiver. Er betreute ein Jahr die A-Jugend der Go Ahead Eagles, dann war er für zwei Jahre Trainer des Amateurclubs Helios Deventer. Daraufhin ging er 2007 zu den Vroomshoopse Boys in die zweite holländische Liga. Jedoch blieb der ehemalige Stürmer auch dort nicht lange und ging bereits nach einem Jahr als Trainer zum Zweitligisten SV Ittersum nach Zwolle. Ab 2010 wurde Decheiver dann Trainer beim SV Colmschate ’33, welchen er die letzten vier Jahre durch die dritte und vierte Liga begleitete.

    Für die neue Saison hatte der „Knipser“ allerdings schon zwei Jobs, denn sowohl die Go Ahead Eagles als auch der Amateurverein Zwart-Wit’63 vermeldeten Anfang des Jahres, dass Decheiver bei ihnen als neuer Trainer feststeht. Die Eagles schrieben auf ihrer Internetseite im Februar, dass der Goalgetter von einst erneut die A-Jugend übernehmen soll. Einen Monat zuvor, bereits im Januar, gab Zwart-Wit’63 die Einigung bekannt, Harry Decheiver als Cheftrainer verpflichtet zu haben. Mitte April ließen die Schwarzweißen aber über ihre Internetseite verlauten, dass Decheiver aufgrund einer Klausel aus dem Vertrag aussteigen konnte und er sich somit für das Angebot der Eagles entschieden habe.

    Nach seiner aktiven Karriere betrieb Decheiver in Deventer noch zehn Jahre eine Videothek, die er im Sommer 2008 verkaufte. Seit 2009 arbeitet der ehemalige Bundesligaspieler neben seinen Trainertätigkeiten zudem noch für eine Zeitarbeitsfirma im Bereich Personalmanagement.

     
  • Marc Fischer

    Marc Fischer 6:12 pm am April 14, 2014 Permalink | Antwort
    Tags: , Betzenberg, Dynamo Dresden, Lokomotive Leipzig, Nasenpflaster, Olaf Marschall, Was macht eigentlich…?   

    Olaf Marschall 

    Neulich zeigte das TV während einer Live-Übertragung die Großaufnahme eines Spielers, der ein Nasenpflaster trug. Zwar war dies wohl eher einer Verletzung geschuldet, jedoch erinnerte es unweigerlich an diese famose Erfindung aus den Neunzigern, die alle Spieler jener Zeit auf den Nasen trugen und die den Gepflasterten angeblich mehr Sauerstoff beim atmen zukommen lassen sollte. Jedoch gab es keinen Spieler, der das Nasenpflaster mit soviel Erhabenheit, Stolz und Würde trug, wie er: Olaf Marschall.

    Gemeinhin hat man den in Torgau geborenen Stürmer als Torversicherung des 1. FC Kaiserslautern im Gedächtnis. Seine Karriere begann Olaf Marschall aber bereits 1983, als er mit 17 Jahren von Torgau aus zum 1. FC Lokomotive Leipzig wechselte. Dort spielte er bis 1990 und gewann mit Lok Leipzig in jener Zeit 1986 und 1987 den FDGB-Pokal (Pokal des „Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes“) und wurde zweimal Vizemeister in der DDR-Oberliga, bis er schließlich nach Österreich ging.

    Beim FC Admira Wacker Mödling, wo Marschall von 1990-1993 spielte, zeigten sich zum ersten Mal seine Torjägerqualitäten. Zwar schoss er schon in Leipzig in 135 Spielen 43 Tore, allerdings war zu jenem Zeitpunkt Konstanz für Marschall lediglich ein Ort am Bodensee. In Österreich änderte sich dies erstmals und so wurde er in der Saison 92/93 mit 19 Toren zweitbester Torjäger in der österreichischen Liga.

    Nach diesem dreijährigen Intermezzo ging der ehemalige DDR- und BRD-Nationalspieler zurück in seine sächsische Heimat und folgte dem Ruf seines ehemaligen Trainers Siggi Held, unter dem Marschall bereits in Österreich spielte. Held bekam nämlich eine Anstellung als Trainer von Dynamo Dresden. Marschall ging gleich mit und schoss in seiner ersten Bundesligasaison in 32 Spielen 11 Tore, womit er direkt treffsicherster Dresdner war. Aufgrund der Finanzsorgen, die Dynamo damals hatte, wurde der Stürmer jedoch bereits nach einer Saison wieder verkauft, weshalb Marschall schließlich 1994 beim 1. FC Kaiserslautern landete.

    Marschall kam gleich mal mit der Hypothek des teuersten Einkaufs in der FCK-Vereinsgeschichte. 2,8 Mio. Mark ließen sich die Pfälzer den Stürmer kosten, der sieben Treffer in seiner erste Saison bei den roten Teufeln erzielte. Die nächsten beiden Spielzeiten waren von vielen Verletzungen und dem Abstieg in die 2. Liga geprägt. Zwar gewann Marschall mit Kaiserslautern 1996 den DFB-Pokal, den Gang in die Zweitklassigkeit jedoch konnte auch er nicht verhindern. Allerdings hielt er dem Verein die Treue und half so mit 10 Toren in 16 Spielen beim direkten Wiederaufstieg 1997 mit.

    Was dann folgte, dürfte der Karrierehöhepunkt für Marschall gewesen sein. 1998 holte er mit dem 1. FC Kaiserslautern unter Trainer Otto Rehhagel als Aufsteiger sensationell die deutsche Meisterschaft. Mit seinen 21 Treffern in 24 Spielen lag er dabei nur ein Tor hinter dem damaligen Torschützenkönig Ulf Kirsten. Sein Verletzungspech verhinderte mehr Einsätze und somit eine womöglich noch höhere Trefferzahl in der Meistersaison. In der folgenden Spielzeit erzielte der gebürtige Sachse nur noch 12 Hütten, schoss dabei allerdings mit einem Fallrückzieher gegen Hertha BSC das Tor des Jahres 1998.

    Nachdem Marschall, der immerhin ein Tor auf dem „Betze“ in der Champions League gegen HJK Helsinki schoss, dann seinen Stammplatz im Sturm an einen gewissen Miroslav Klose verloren hatte, wurde sein Vertrag nach der Saison 2002 nicht mehr verlängert, so dass er noch mal nach Katar wechselte und dort für ein halbes Jahr bei Al-Ittihad spielte. Danach beendete Marschall, der vier Länderspiele für die DDR (0 Tore) und dreizehn für Deutschland (3 Tore) machte, seine aktive Karriere.

    2004 kehrte Marschall schließlich an den Betzenberg als Vorstandsassistent unter René C. Jäggi zurück, wo er als dessen Nachfolger aufgebaut werden sollte. Ein halbes Jahr später allerdings wurde Marschall bereits Teammanager, was er auch bis zum Sommer 2006 blieb, bis er schließlich Co-Trainer bei den Lauterer Amateuren wurde. Dort arbeitete er unter dem heutigen Cheftrainer Kosta Runjaic und schlussendlich sogar zwei Monate als Interimstrainer für die zweite Mannschaft. Zum Saisonende 2004/05 wurde Marschall zudem Co-Trainer der Profimannschaft nach der Entlassung Kurt Jaras als Trainer.

    Nachdem der ehemalige Stürmer nun Blut geleckt zu haben schien, drückte Marschall in der Hennes-Weisweiler-Akademie schließlich noch mal die Schulbank und bekam 2007 das Fußball-Lehrer-Diplom und damit schließlich seine Trainer-Lizenz. So arbeitete er bereits noch im selben Jahr als Trainerassistent in Dubai beim Al-Nasr Sports Club. 2011/12 war er Trainer der SG Niederkirchen/Morbach. Zur Saison 2013/14 schloss er sich Thomas Riedl, seinem ehemaligen Sturmkollegen aus fünf Jahren gemeinsamer Kaiserslauterer Zeit, an und trainiert mit diesem nun gemeinsam den Oberligisten SC 07 Idar-Oberstein.

    Olaf Marschall lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Niederkirchen und frönt neben dem Trainerdasein seinen Hobbies Kochen und der Börse.

     
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